Bern: Eine Motion will Musikunterricht wieder bezahlbar machen
Eine überparteiliche Gruppe von Grossrät:innen verlangt, dass der Kanton seinen Anteil an der Finanzierung der Musikschulen deutlich erhöht; der Regierungsrat will zuerst prüfen.
Im Kanton Bern bezahlen Eltern rund 800 Franken pro Kind und Semester für Musikunterricht, laut der Statistik 2025 des Verbands Musikschulen Schweiz mehr als in den meisten anderen Kantonen. Der Kanton übernimmt 30 Prozent der Lohnkosten, die Gemeinden oft mehr.
Die von Grossrätin Nadja Günthör (SVP) angeführte Motion «Musik für alle: Musikschulunterricht stärken» verlangt, dass der Kanton seinen Anteil deutlich über 30 Prozent anhebt, damit sich alle Familien den Unterricht wieder leisten können. Sie stützt sich auf Artikel 12a des Kulturförderungsgesetzes, wonach die wirtschaftliche Situation der Eltern zu berücksichtigen ist.
Der Regierungsrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln: Er will zuerst prüfen, ob höhere Beiträge den Zugang tatsächlich verbessern, und hält den Rückgang der Schülerzahlen nicht allein für eine Folge der Tarife. In der Schweizer Musikzeitung bezeichnet Marianne Wälchli (Schweizerischer Musikpädagogischer Verband) diese Antwort als wenig überzeugend und unterstützt die Motion.